Indische Projektstunden am Schwalmgymnasium Treysa

Am 5.5.2010 setzte das Team von Weitblick Marburg interkulturelle Projektstunden über Indien in einer 7. Klasse des Schwalmgymnasiums Treysa um.

Während einer Doppelstunde wurde die Bildungssituation in Indien kreativ dargestellt, was mithilfe der Kooperation des Schuldirektors Hr. Dr. Bernsmeier gelingen konnte. Dafür möchten wir uns bei Ihnen bedanken.

So konnten wir schließlich Indien gemeinsam mit den SchülerInnen interaktiv kennenlernen und seine Bildungssituation sowie deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit Deutschland herausarbeiten.

Die Unterrichtskonzeption bestand aus fünf Phasen:

1.) Zahlen zur Bildungssituation in Indien im Vergleich zu Deutschland

2.) Erlebnisbericht über indische Schulen

3.) Textbearbeitung zweier Berichte indischer Schüler

4.) Film über Kinderarbeit in Indien

5.) Abschlussdiskussion

6.) Anprobe indischer Kleider

Die Lernziele, die Erweiterung des Horizonts zu unterstützen, die Wertschätzung der Bildungsmöglichkeiten in Deutschland zu fördern sowie zugleich Vorurteile abzubauen, fanden darin ihre Realisierung.

Wir möchten uns an dieser Stelle besonders bei der 7. Klasse bedanken, da es uns nicht zuletzt durch deren Mitarbeit und Beiträge sehr viel Spaß gemacht hat.

Unser Dank gilt ebenso dem Weltladen Marburg, der uns wieder einmal mit Ideen und Material versorgt hat (Film und Kleider).

Schule in Indien

In der ersten Einheit stellten wir die prozentualen Angaben zur Bildungssituation in Deutschland anhand von thematischen Kategorien vor (Anteil der Kinder an der Gesamtbevölkerung, Verhältnis Schüler – Nicht-Schüler, Verhältnis Schüler mit Schulabschluss und Schulabbrecher, Analphabetenrate). Anschließend überlegten die Schüler in Kleingruppen, wie diese Zahlen in Indien sein könnten. Nach dem Zusammentragen der geschätzten Ergebnisse verglichen wir diese mit den tatsächlichen Zahlen Indiens, welche interessanterweise ausgeglichener waren als von der Schülerseite vermutet.

In der zweiten Einheit erzählte eine Mitarbeiterin des weitblick-Teams mithilfe von Fotos von ihren Eindrücken und Erfahrungen in indischen Schulen, die sie während ihres 6-monatigen Freiwilligendienstes in Südindien gesammelt hatte.

Für die dritte Einheit stellten uns zwei Freunde aus Indien Erfahrungsberichte aus ihrer Schulzeit und ihren Schulalltag zur Verfügung. Aus diesen Texten arbeiteten die SchülerInnen in Kleingruppen Informationen heraus, verglichen sie mit ihrem eigenen Schulleben und stellten ihre Ergebnisse vor. Der besondere Authentizitätscharakter des Materials ließ die SchülerInnen motiviert mitarbeiten.

Die vierte Einheit sollte die Kindheit in Indien von einer anderen Seite beleuchten. Wir zeigten einen Filmausschnitt über ein indisches Mädchen aus der Dokumentation „Kinder dieser Welt“. Sie geht nicht zur Schule, weil sie Geld verdienen muss, indem sie Armreifen herstellt. Besonders bewegt wurden die SchülerInnen von folgendem Zitat: „Meine Mutter schlägt mich, damit ich nicht zur Schule gehe und meine Freundin wird geschlagen, damit sie zur Schule geht.“

Somit sollte die fünfte Einheit die Chance geben, Eindrücke und Gedanken über die Dokumentation zu reflektieren und zugleich zu diskutieren. Dabei wurde mitunter festgestellt, dass in Deutschland eine Auswahl von Ausbildungsberufen besteht während sich die Kinder in Indien überhaupt eine Ausbildung wünschen.

Zum runden Abschluss probierten sowohl ein Mädchen als auch ein Junge indische Kleidung an, was zu allgemeiner Erheiterung führte.

© Studenteninitiative Weitblick