Die Bildungsreise: "Ich bin mal kurz weg"

Die Bildungsreise: "Ich bin mal kurz weg"
Eine Gruppe von Schüler_innen im Alter von 12 bis 16 Jahren und acht Studierende der Projektgruppe Leben.Lernen.Leipzig arbeiten zusammen an der Konzeptionierung, Organisation, Durchführung und Nachbereitung einer Bildungsreise. Dabei geht es vor allem darum, diese Reise unter dem Titel "Ich bin mal kurz weg" an gemeinsamen Interessen und Bildungsbedürfnissen auszurichten. Wie schafft man das? Indem man Schüler_innen selbst befragt, ihre Ideen, Beweggründe und Interessen in den Entscheidungs- und Planungsprozess der Bildungsreise direkt einbezieht. Basisdemokratische und respektvolle Zusammenarbeit als Schlüssel zur Motivation sonst vielleicht bisweilen im üblichen schulischen Rahmen nicht immer lernbegeisterter Jugendlicher.
Deshalb haben wir mit ca. 20 Schüler_innen seit November 2011 die Ideen für die Bildungsreise auf den Punkt gebracht: Wir wollen auf der Reise gemeinsam Spaß haben, uns als Gruppe gut verstehen, das Meer sehen, Sonne genießen, Neues lernen und ganz ungewohnte Erfahrungen machen. Gerne hätten wir das auf einer Segelfahrt vor der Küste von Elba in Italien realisiert. Nachdem uns trotz fleißiger Arbeit aller Beteiligten die Finanzierung dieses Vorhabens nicht gelungen ist, entwickelten wir einen neuen Plan: Wenn wir nicht nach Europa hinausreisen können, müssen wir uns Europa und die Welt eben in Deutschland suchen. Also begleiten wir die uns aus Sachsen vertraute Elbe auf dem Weg in die Ferne: mit dem Fahrrad erkunden wir die Elbmündung ab Cuxhaven und erforschen das „Tor zur Welt“ Hamburg in einem dreitägigen Aufenthalt. Damit wir die ganzen gesammelten Eindrücke verarbeiten und uns die selbstständig durchgeführten interessengeleiteten Forschungsprojekte gegenseitig präsentieren können, verbringen wir anschließend noch einige Tage auf einem Bauernhof in Niedersachsen, bevor es zurückgeht nach Leipzig.
In den Sommerferien 2011 waren wir dann mal kurz weg und haben eine sehr, sehr spannende und intensive Bildungsreise erlebt. Wir danken allen Unterstützern, die uns geholfen haben unser Projekt zu realisieren.
Die TeamerInnen
Die Studierenden engagieren sich in der Gruppe Leben.Lernen.Leipzig ehrenamtlich in der Jugendbildung. Für die Vorbereitung der Bildungsreise stellen die Studierenden als TeamerInnen ihre erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten der Projektorganisation, der Gruppenkommunikation, der Lernorganisation, der Recherchefähigkeiten und ihr Wissen über gesellschaftliche Strukturen vor Ort und andere Regionen dieser Welt den SchülerInnen als Ressourcen zur Verfügung. Außerdem bringen die TeamerInnen ihre positive Einstellung zur (Selbst-)Bildung und ihre eigenen Lernstrategien in die Gruppe ein. Es geht der Gruppe aber auch um eine Erweiterung des eigenen Horizonts durch das gemeinsame Arbeiten mit den Jugendlichen.
Mit Demokratie ans Ziel!
Um ein Voneinanderlernen zwischen TeamerInnen und SchülerInnen zu ermöglichen, versucht die Gruppe so basisdemokratisch wie möglich miteinander zu arbeiten. Das bedeutet, dass alle am gemeinsamen Prozess mitwirken, sich über ihre Bedürfnisse austauschen und versuchen Entscheidungen im Konsens zu treffen.
Welche Kompetenzen werden trainiert?
Selbstorganisationsfähigkeit - eigene Kompetenzen, Interessen und Wünsche, Lernziele werden bewusst gemacht und an ihrer Realisierung aktiv gearbeitet.
Projektmanagement - Beteiligung der Schüler_innen an der Konzeption, Planung, Organisation und der Durchführung des Reiseprojektes.
Kommunikation - innerhalb der Gruppe und nach Außen in der Reiseplanung.
Teamfähigkeit & Empathie - die Reise wird in der Gruppe konsensorientiert geplant und durchgeführt, auf dem Segelboot ist Kooperation unerlässlich, damit wir gemeinsam voran kommen.
Interkulturelle Kompetenz & Horizonterweiterung - das Zusammenkommen von Schüler_innen verschiedener Schulen und Schultypen ermöglicht eine besondere Horizonterweiterung (Toleranz gegenüber „Anderen“, Einbeziehung von „Neuen“, Umgang mit anderen „soziokulturellen Milieus“, Konsensfindung in einer heterogenen Gruppe) und Netzwerkbildung über das eigene Milieu hinaus, die pädagogisch betreute Auslandserfahrung ist besonders für die Schüler_innen aus benachteiligten Stadtteilen eine Entwicklungsmöglichkeit, die diese sonst nicht haben.
Selbstwertgefühl & Selbstwirksamkeitsbewusstsein - eigene Ideen und Ziele werden zusammen umgesetzt, die Fähigkeit sich neues Wissen gezielt anzueignen wird trainiert.
Medienkompetenz - Internetrecherche in der Vorbereitung und Organisation der Reise, Powerpoint, Office, Film- und Foto-Bearbeitung in der Nachbereitung.
Selbstsicheres Auftreten - bei der Organisation, Präsentation und Dokumentation ist jede_r Reiseteilnehmer_In eingebunden.
Welches Wissen wird erweitert?
Wissen über eigene Bildungsfertigkeiten, Kompetenzen und notwendige Lernziele, sowie methodische Kenntnisse über hilfreiche Lernstrategien und den eigenen Lerntyp.
Wissen über Gruppenprozesse und Teamarbeit.
Geographisches, historisches und kulturelles Wissen über die Reiseregion (im Anschluss an den Lehrplan und an den Interessen der Schüler_innen orientiert).
Unsere Abschlusspräsentation fand am 10.10.2011 vor Eltern, LehrerInnen, Jugendclub-MitarbeiterInnen, Sponsoren und der leipziger Öffentlichkeit im soziokulturellen Zentrum die Villa statt. Die Reise haben wir aber für alle anderen Interessierten auch auf unserem Blog dokumentiert: http://binkurzmalweg.wordpress.com. Da gibt's auch das Video zu sehen, dass wir selbst aufgenommen und geschnitten haben. Viel Spaß!
Bei Interesse an der Projektarbeit von Leben.Lernen.Leipzig melde dich bei Lisa Kuhley und Luise Schöpflin unter: leben.lernen.leipzig[at]gmx.de.









